Erstes Diversity Dinner in Heilbronn

Vielfalt feiern in der Region Heilbronn mit dem ersten Diversity Dinner. Die Netzwerkpartner JUMA, Landratsamt Heilbronn und  das Netzwerk der Kulturen Heilbronn luden zu einem besonderen Abend der Vielfalt im Ramadan ein. Ziel war es eine Vielfalt an unterschiedlichsten Gruppen, Jugendlichen und Aktiven zu einem Abend der Vielfalt zusammen zu bringen. Gekommen waren 45 unterschiedlichste Akteure z.B. die Wildlife Jugend Güglingen, der Turkish Round Table, die Türkische Gemeinde, der Ungarische Verein und viele mehr. Überraschungsgast war die Heilbronner Kultband RAHÎ, die mit ihren einfühlsamen Songs auf besondere Art das Thema Vielfalt, Leben im Plural und Diversity musikalisch ansprach und bereits auf dem Fachtag im November für große Begeisterung sorgte

Mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm wurden beim Diversity Dinner unterschiedliche Aspekte von Vielfalt in Heilbronn beleuchtet.  Frau Fischer, vom Landratsamt Heilbronn stellte das Förderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt“ vor und lud ein, Vielfalt in all ihren Aspekten zu stärken, Maide, Ortsgruppenleiterin von JUMA Heilbronn sprach über das Engagement von JUMA als Brückenbauer und jungen Muslimen als neuen Partner der Vielfalt und Ruth Kafitz, Projektkoordinatorin vom Netzwerk der Kulturen thematisierte in einem Kurzvortrag den Zusammenhang zwischen Würde und Migration.

Inspiriert vom dänischen Fernsehen TV2 und ihrem Clip „All that we share“ gab es im Anschluss an die Kurzvorträge die Möglichkeit sich tisch- und gruppenübergreifend spielerisch näher kennenlernen konnten. So lernte man jene kennen, die immer einen Stoffbeutel mit sich herumtragen, oder jene, die mehr als eine Staatsbürgerschaft haben. Andere erzählten von ihren Fastenerlebnissen im christlichen und muslimischen Kontext und wieder andere gaben zu, dass sie Morgenmuffel seien. Die Tischgruppen erarbeiteten später jeweils ein eigenes Tischmotto, das von „The Traveller“ bis zu „Die Gestalter*innen“ Gemeinsamkeiten zu Tage brachte, die die Gäste anfangs so nicht erwartet hatten. Die Veranstaltung war „optimal für die Vernetzung“ meldeten Teilnehmende später den Organisator*innen zurück und sie freuten sich daran, dass sie als Gäste aktiv am Programm teilhaben konnten.

Besonderen Wert legten das Orgateam, bestehend aus sechs Jugendlichen von JUMA und der Projektkoordinatorin vom Netzwerk der Kulturen auf die Nachhaltigkeit des Abends. Die jungen Aktiven hatten dazu besonders auf die Details geachtet, die den Teilnehmenden lobend auffielen: „In den Details steckt Schönheit“. So verzichtete das Orgateam in allen Bereichen auf den Einsatz von Einwegplastik, forderte die Gäste auf Mehrwegbehälter mitzubringen, um evtl. übriggebliebene Speisen mitzunehmen und betonte die Vorteile von Leitungswasser als verpackungsarmes und streng kontrolliertes Lebensmittel. Damit folgten sie der Idee von #plastikfasten und #Ramadanplastikfasten von Nour Energy

Der Abend klang aus mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem die anwesenden Muslime ihr Fasten brechen konnten. Ein abwechslungsreiches und interkulturell inspiriertes Dessertbuffet, das von den Teilnehmenden selbst gestaltet wurde, bildete den Abschluss dieses Fests der Vielfalt.

So konnte das Netzwerk mit seinen Partnern JUMA, Landratsamt Heilbronn und Netzwerk der Kulturen wieder einen Beitrag dazu leisten, Vielfalt zu stärken und Menschen für Diversity und Nachhaltigkeit zu begeistern.

QUARARO spielen im Netzwerk am 19.7.

Beim letzten Netzwerktreffen kam der Wunsch auf, das Demokratielernspiel, das von Jugendlichen in Heilbronn entwickelt wurde, mit dem Netzwerk zu testen und zu spielen. Wir freuen uns jetzt einen Termin anbieten zu können und laden herzlich ein:

19. Juli 2019 von 15h-18h im Jugendring in Heilbronn

Jetzt bitte anmelden:


geförder von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg

1. Netzwerktreffen für mehr Vielfalt startet voller Ideen

Die Sonne scheint. Was für ein positiver Tag, um die Netzwerkarbeit voran zu bringen. Fast ein Dutzend Interessierte treffen sich in den Räumen des Jugendrings, um über das Netzwerk Vielfalt in Heilbronn zu sprechen, Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen: Mit dabei z.B. das Theater Heilbronn, die AWO Neckarsulm, Code for Heilbronn, die Diakonie, die Stadt Schwaigern und viele mehr.

In einem ersten Brainstorming wurden Termine der nächsten Wochen ausgetauscht: Was passiert wo? Es zeigte sich, dass auch einige Aktive Vielfalt in die BUGA bringen z.B. mit ihren Angeboten „Wurzeln und Flügel“ und „QUARARO“.

Es gab auch eine Möglichkeit, um Medien, Methoden und Erfahrungen auszutauschen. Jede*r Teilnehmer*in hatte dazu tolle Tipps zur Hand, von denen die anderen profitieren konnten.

Und schließlich hatte jede*r auch die Möglichkeit vorzustellen, die Angebote seiner*ihrer Organisation vorzustellen und den anderen als Hilfestellung für mehr Vielfalt anzubieten.

Kommen Sie zum nächsten Netzwerktreffen am 18. Oktober 2019 um 15h

ToRe und QUARARO – Das Netzwerk wirkt schon

Es gibt viele Projekte und Aktivitäten zum Thema „Vielfalt“ im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Manche kennt man – aber die meisten sind nur in einem engen Radius bekannt. Das Netzwerk „Vielfalt stärken“ möchte Projekte zusammenbringen, die sich vorher noch nicht kannten, aber voneinander profitieren können. Und das passiert bereits!

Am Fachtag im November hatten sie beide einen Stand am Marketplace: Die Jugendlichen, die das Demokratielernspiel „QUARARO – entscheide mit!“ entwickelt haben, JUMA und die Jugendlichen der Schulsozialarbeit Weinsberg, die sich für Toleranz und Respekt (ToRe) einsetzen. Als das QUARARO-Team ein Modul zum Thema Toleranz und Respekt für eine Spielerund von JUMA bei den internationalen Wochen gegen Rassismus entwickeln wollten, brauchten sie entsprechendes Fachwissen. Da fiel ihnen die ToRe-Gruppe in Weinsberg ein. Über das Netzwerk hatten sie die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.

An einem Nachmittag im Februar war es so weit. Fast 10 Jugendliche von der ToRe-Gruppe, sowie das QUARARO-Team trafen sich in einer Weinsberger Schule und verbrachten fast drei Stunden im intensiven Entwicklermodus miteinander. Heraus kam ein neues QUARARO Modul zum Thema „Toleranz und Respekt“, das jetzt kostenlos heruntergeladen und mit QUARARO gespielt werden. kann.

Und genau so kann Netzwerkarbeit funktionieren, um Vielfalt zu stärken.

Integration von Zuwanderern: Teilhabe in einer Gesellschaft der Vielfalt

Referent Daniel Meyer, Amt für Migration und Integration, Landratsamt Heilbronn

Seit 2016 gibt es im Landratsamt Heilbronn ein Sachgebiet Integration, das durch verschiedene Projekte die Integration von Neuzuwanderern im Landkreis fördert. Themen sind dabei Neuzuwanderung, Deutsch lernen, Bildung, Zusammenleben vor Ort und ehrenamtliches Engagement. Die Teilnehmenden haben in diesem Workshop die Möglichkeit, anhand von best-practice-Beispielen aus dem Landkreis Heilbronn mehr über Chancen und Herausforderungen einer aktiven Integrationsarbeit zu erfahren und sie in ihrer Kommune anzuwenden

Muslimische Jugendarbeit als neuer Partner der Vielfalt

Muslimische Jugendarbeit als neuer Partner für mehr Vielfalt
Referent: Kofi Ohene-Dokyi, Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e.V., Berlin

Das Engagement von jungen Muslimen ist bereits seit vielen Jahren ein Baustein des jugendarbeiterischen Angebots in der Gesellschaft. Doch noch immer sind ihre Aktivitäten und Angebote weitestgehend unbekannt, oder es bestehen Berührungsängste. Der angebotene Workshop von Kofi Ohene-Dokyi hatte zum Ziel einen ersten Einblick in die muslimische Jugendarbeit in der Region Heilbronn zu vermitteln und mögliche Hemmschwellen abzubauen. Dazu erzählte er eindrucksvoll, wie die RAA Berlin besonders am bekannten Projekt JUMA jung, muslimisch, aktiv muslimische Jugendarbeit förderte.

In Bezug auf den Standort Heilbronn, den die RAA Berlin seit Oktober 2015 im Rahmen des Demokratie Leben-Projekts „Extrem Demokratisch – Muslimische Jugendarbeit stärken“ betreut, stellte die Projektkoordinatorin Tanja El Ghadouini die muslimische Infrastruktur bezüglich der muslimischen Jugendarbeit vor. Zwei Karten zeigten die hohe Dichte unterschiedlicher Vereine und Angebote, die es im Landkreis und im Stadtbezirk Heilbronns gibt. Einige dieser Vereine hatten an einzelnen Qualifizierungsangeboten des Projekts teilgenommen, andere Jugendliche hatten sich langfristig für eine Teilnahme in Form eines eigenen Praxisprojekts entschieden.

Frau El Ghadouini stellte die fünf, von muslimischen Jugendlichen initiierten, konzipierten und umgesetzten Projekte vor: ilevel- Kunst auf Augenhöhe, das Demokratielernspiel Quararo, Déjàvu – Theater der Geschichte, Wildlife Jugend Güglingen und die Heilbronner Jugend- und Freizeitstudie 2017.

Die Projekte zeigten wie vielfältig junge Muslime sich engagieren möchten und wie sie mit Hilfe von Partnern und kreativen Konzepten die Jugendarbeit in der Region bereichern. Die Beispiele machten den Teilnehmenden Mut, sich auf Kooperationen mit jungen Muslimen einzulassen, doch sahen sie auch besondere Herausforderungen, die Herr Ohene-Dokyi in einer moderierten Murmelrunde mit den Teilnehmenden zusammentrug. Eine große Hemmschwelle war für viele der Zugang zu den muslimischen Vereinen und Jugendgruppen. Dieser stellt sich besonders schwierig dar, wenn hauptamtliche Strukturen auf Ehrenamt trafen und sich zusätzlich Informationsstrukturen kulturell unterschieden. Persönliche Ansprache, Soziale Netzwerke und das Prinzip von Türöffnern könnten hilfreich sein, diese Hemmschwelle abzubauen. Die RAA Berlin würde u.a. diese Kompetenzen auf Wunsch der Teilnehmenden in das Netzwerk „Vielfalt stärken“ miteinbringen.

Insgesamt waren die Teilnehmenden auch von ihren erfolgreichen Erfahrungen begeistert. Sie schätzten den interreligiösen Austausch, die zunehmende Selbstverständlichkeit muslimischen Lebens in Heilbronn, die starke Bindungskraft junger Muslime, wenn sie aktiv in einem Projekt oder an einem Angebot teilnahmen. Besonders gut gefielen ihnen die aktuellen Beispiele aus der muslimischen Jugendkultur wie JUMA, I’slam, die Datteltäter, aber auch die praktischen Tipps und der Überblick über die Institutionen. Alle vorgestellten Projekte der RAA Berlin konnten auch auf dem anschließenden Marketplace im Gespräch mit den Jugendlichen kennengelernt werden.

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt

Referentin Sabrina Paulino, Fachkraft für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und Anti-Diskriminierung

Die beiden Bilder können und wollen an dieser Stelle nur einen kleinen Einblick in den Workshop über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt geben- einerseits, weil auch dieser Bereich sehr viel differenzierter betrachtet werden kann und muss, was alleine an den Begrifflichkeiten im ersten Bild deutlich wird, andererseits, weil es unter den Teilnehmern im Workshop natürlich auch einen regen Wissens- und Erfahrungsaustausch gab, der hier gar nicht dargestellt werden kann.

Im folgenden Bild daher nur Antwort-Stichworte (in Form der Kärtchen), zu den vorher erarbeiteten Fragestellungen auf weißem Papier „welche Ideen wurden im Workshop diskutiert“, „welchen Mehrwert hat dieser Aspekt von Vielfalt in der Jugendarbeit“, “ was hemmt bei der Umsetzung“ , „welchen Mehrwert bringt ein Netzwerk“ und „welche Rolle und Bedeutung haben Netzwerkpartner“- immer aus dem Blickwinkel der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt heraus gesehen.

Vielfalt rund um Heilbronn sichtbar machen

Referentin Dr. Sabine Rivier, Soziologin und Trainerin für interkulturelle Kompetenzen

Vielfalt sichtbar machen war Thema und Aufgabe des Workshops- eine Anleitung zu kreativem Denken gab es hierbei inklusive und führte zu durchaus überraschenden Ergebnissen.

Energiegeladen und kurzweilig schaffte es Referentin Dr. Sabine Rivier, die Teilnehmer des Workshops mitzunehmen, das Thema intuitiv und von -für die meisten- völlig ungewohnter Seite anzugehen.

Über das Sammeln von Assoziationen zum Thema Vielfalt und der anschließenden Auswahl des für einen selbst absurdesten Begriffs hierzu beschäftigten sich die Teilnehmer in Zweiergruppen damit, nach Vielfalt in eben diesen ausgesuchten Nennungen zu suchen und nach Möglichkeiten ein Mini-Marketingkonzept dafür zu entwickeln.

Und wurden, durchaus zur eigenen Überraschung des ein oder anderen, alle fündig: ob in der Zwiebel durch Schichten und unterschiedlichste Zwiebelarten sichtbar werdende „Alltags“-Vielfalt oder die Vielfalt auf der Autobahn- alle Zweiergruppen konnten am Ende ein Mini-Konzept zu ihrem Vielfalts-Begriff präsentieren.

Auf sehr unterhaltsame Weise wurde so deutlich, dass Vielfalt viele Gesichter hat und das Positive an Vielfalt nicht immer nur mit tiefgründigem Ansinnen dargestellt werden kann, sondern Vielfaltsaspekte mit Leichtigkeit, zum Nachdenken anregend, aus dem Alltag heraus transportiert werden können.

„… Mein persönliches Highlight war die Arbeitsweise und Präsentationsweise von Fr. Dr. Rivier, ich habe noch nie Soziologie so greifbar dargestellt bekommen. Danke für eure gute Vorbereitung! Der Nachmittag hat sich für mich gelohnt.“ Jana Wagner, Kinder- und Jugendreferat Bad Friedrichshall